Geburtsverlauf
 
Die vier Phasen

Noch liegen Ihre Hände auf dem Babybauch. Aber bald werden Sie Ihr Kind im Arm halten. Dazwischen: die Geburt! Lesen Sie hier alles über die vier Phasen des großen Ereignisses!

Die Eröffnungsphase

Der Muttermund ist zwei bis drei Zentimeter offen

Es geht los! Mit regelmäßigen Wehen, die in einem Abstand von weniger als sieben Minuten kommen. Die Kontraktionen ziehen den Gebärmutterhals in den Uterus hinein. Wie? Stellen Sie sich einen eng gestrickten Rolkragenpullover vor - das Köpfchen Ihres Kindes dehnt das Schlupfloch auf. Wenn Sie die Hebamme zum ersten Mal untersucht, ist der Muttermund meist zwei bis drei Zentimeter offen. Wie sie Maß nimmt? Können zwei Finger der Hebamme durch die Geburtsöffnung schlüpfen, entspricht das drei Zentimetern. Vier sind erreicht, wenn Zeige- und Mittelfinger ein V bilden. Acht Zentimeter sind es bei weit gespreizten Fingern. Tastet die Hebamme einen dünnen Rand (Rollkragenkante!) um das Köpfchen, haben Sie die erste Phase geschafft.

Die Übergangsphase

Eine anstrengende Zeit für Sie

So heißt die Zeit, in der Sie die letzten zwei der notwendigen zehn Zentimeter Öffnung schaffen. Die Wehen sind jetzt besonders kräftig, denn sie müssen das Köpfchen Ihres Kindes drehen: zuerst guckt es mit der Nase nach rechts oder links, jetzt gehört das Hinterhaupt nach vorne, Kinn und Nase nach unten. Es kann dauern, bis die Schraubbewegung gelungen ist. Eine anstrengende Zeit für Sie, weil Sie vielleicht das Gefühl haben, nichts geht wirklich voran. Es gibt aber auch Geburten, bei denen die Übergangsphase mit ein paar Wehen erledigt ist! Vielleicht schlägt Ihnen die Hebamme eine andere Haltung vor (aufrecht, auf der Seite liegend, hängend an einem Tuch) - alles Hilfen, damit sich das Köpfchen richtig im Becken "einstellt" und den Weg bahnt.

Die Austreibungsphase

Die letzte Phase der Geburt beginnt

Dieser raue Fachausdruck steht für die Zeit, in der Sie das Baby kraftvoll nach draußen schieben. Die letzte Phase der Geburt beginnt, wenn das Köpfchen auf dem Beckenboden angekommen ist und Ihnen unwiderstehlich signalisiert: Schieben, drücken! Sie spüren, dass Sie nicht mehr "zurückhaltend" sein können und wollen. Vielleicht möchten Sie schimpfen, schreien, zetern, fluchen. Das ist gut so! Denn offener Mund und offene Kehle weiten auch den Geburtsweg. Ihre Hebamme unterstützt Sie, aber das "Kommando", das Baby jetzt nach draußen zu schieben, kommt aus Ihrem Körper. Keine Sorge, man wird Sie nicht antreiben wie einen Sportler. Und: je mehr Sie dem Druck nachgeben, umso eher kann sich das Dammgewebe aufdehen, ohne einzureißen.

Die Nachgeburtsphase

Ihr Baby ist auf der Welt

Geschafft! Ihr Baby ist auf der Welt. Seine Lungen öffnen sich, es holt tief Luft, vielleicht schreit es, vielleicht hören Sie von ihm nur einen kleinen Seufzer. Gut, wenn die Riesenkraft der Geburt jetzt versiegen kann, geben Sie sich dafür etwas Zeit. Ihr Kleines meldet sich schon, dann nehmen Sie es ganz nah zu sich. Meist sucht es schon in der ersten halben Stunde nach der Geburt die Brust, der kleine Mund schürzt sich zum Saugen, das Näschen schnuppert Richtung Milch. Wenn Sie Ihr Baby anlegen, sorgt der Saugreiz mit dafür, dass sich die Plazenta löst und nach draußen geschoben wird. Danach haben Sie und Ihr Partner viel Zeit für das Baby. Und sollten Sie genäht werden müssen: Damit kann der Arzt auch zwei Stunden warten.

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