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So lernt Ihr Kind, allein zu spielen

Die Kunst, allein zu spielen, beherrschen schon Babys. Sie können diese Fähigkeit aber wieder verlieren, wenn ihre Eltern es zu gut mit ihnen meinen. Und glauben, sie müssten sich mit ihrem Nachwuchs beschäftigen, sobald er die Augen aufschlägt.

Alleine spielen ist wichtig
iStock, Georgijevic

Viele Eltern haben ein schlechtes Gewissen, wenn ihr Einjähriges auf dem Boden sitzt und nichts weiter macht, als eine Fliege an der Wand zu betrachten. "Jetzt müsste ich mich mit ihm beschäftigen", meldet sich ihre innere Stimme zu Wort. Dabei würden sie jetzt das Kind nur dabei stören, das Phänomen "Stubenfliege" zu erkunden.

Außerdem beobachtet es nicht nur das Krabbeltier: Gleichzeitig stärkt es sein Selbstwertgefühl, weil es sich unabhängig von der Zuwendung eines Erwachsenen amüsiert; und es schult seine Konzentrationsfähigkeit – eine wichtige Voraussetzung für den späteren Schulerfolg.

Sobald das Kind drei bis vier Monate alt ist, können (und sollten) Mütter und Väter das selbständige Spielen fördern.
Sechs wichtige Regeln, die dabei helfen:

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Sechs wichtige Regeln

Regel Nr. 1:

Einfach machen lassen.
Wenn sich Ihr Kind gerade allein "beschäftigt", unterbrechen Sie es möglichst nicht. Das gilt für ältere Kinder, aber auch für Babys. Die meisten Säuglinge liegen nach dem Aufwachen erst einmal ruhig in ihrem Bettchen, spielen mit ihren Händen oder brabbeln vor sich hin. Diese Momente, in denen sich das Kind selbst genug ist, sind der Beginn des selbständigen Spiels.
Tipp: Verlängern können Sie die Phase des In-sich-Versunkenseins, indem Sie eine bunte Rassel, einen kleinen Spiegel, Glöckchen oder Kuscheltiere ins Kinderbettchen legen oder am Gitter befestigen.

Regel Nr. 2:

Eine spannende Umgebung schaffen.
Liegt Ihr Baby z. B. auf einer Decke, legen Sie ihm Spielsachen in greifbare Nähe. Krabbler und Kinder, die laufen können, brauchen eine sichere und reizvolle Umgebung. Etwa Polster zum Klettern und Gegenstände, mit denen sie bauen oder die sie auseinander nehmen können.
Tipp: Bieten Sie diese Spielsachen nur an, wenn Ihr Kind allein spielt. Danach werden sie wieder eingesammelt. Das erhöht den Anreiz.

Regel Nr. 3:

"Allein-Spielzeiten" einführen.
Am besten finden kleine Kinder einen eigenen Spielrhythmus, wenn sie Gelegenheit haben, sich regelmäßig allein zu beschäftigen. Feste Spielzeiten (ein bis zwei pro Tag) sind ideal. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre, ohne laufenden Fernseher oder ablenkende Stimmen aus dem Radio im Hintergrund.
Tipp: Ihr Kind spielt nicht allein? Spielen Sie zunächst parallel neben (aber nicht mit) ihm und wenden Sie sich, sobald es in sein Spiel "abtaucht", einer anderen Tätigkeit zu.

Regel Nr. 4:

Aus dem Zimmer gehen.
Zum Alleinspielen gehört, dass Ihr Kind weiterspielt, auch wenn Sie es einige Minuten allein im Raum lassen. Das können Sie mit ihm ab dem vierten Lebensmonat üben: Wählen Sie einen Moment, in dem das Kind von etwas fasziniert ist, und verlassen Sie dann das Zimmer. Verlängern Sie Ihre Abwesenheit schrittweise.
Tipp: Mag Ihr Kind nicht allein bleiben, üben Sie das mit ihm. Kündigen Sie ihm an, dass Sie z. B. kurz in die Küche, ins Bad etc. gehen, und halten Sie von dort aber Sprechkontakt.

Regel Nr. 5:

Nur im Notfall eingreifen.
Der Ball kullert weg, das Klötzchen bleibt nicht auf dem anderen – es gibt immer wieder Situationen, in denen Ihr Kind scheinbar Hilfe braucht. Trotzdem: Eilen Sie nicht sofort herbei, sondern warten Sie noch einen Augenblick. Vielleicht kann es sein Problem selbst lösen.
Tipp: Manchmal genügt auch eine kleine Unterstützung, wie z.B. die Frage: "Was könnte man mit der Kugel noch machen?" Und schon spielt das Kind alleine weiter.

Regel Nr. 6:

Nicht zuviel erwarten.
Alle Kinder können allein spielen lernen. Aber wie lange, das hängt vom Typ ab. Normal ist, dass sich Kinder unter einem Jahr fünf bis zehn Minuten selbst beschäftigen, zwischen einem und drei Jahren 15 bis 30 Minuten. Wichtig ist aber, dass Sie in der Nähe bleiben.
Tipp: Nutzen Sie die Zeit für sich und legen Sie die Beine hoch!

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