Tipps zum Beikoststart
 
Beikost einführen: Wann ist mein Baby bereit für Brei?

Bestimmt hast Du bereits in der Schwangerschaft auf Deine Ernährung geachtet, natürlich auch in der Stillzeit. Bei Deinem Säugling war bisher klar, Brust oder Flasche. Jetzt mit der Beikosteinführung wird es kurz wieder turbulent. Wann beginne ich mit den ersten festen Mahlzeiten? Wie fange ich an? Wo finde ich Rezepte? Und wann ist mein Kind soweit, dass es am normalen Familienessen teilnimmt? Diese und weitere Fragen rund um Beikost beantworten wir Dir in diesem Beitrag.

Inhalt: 
Ab wann starte ich am besten mit der Beikost? Mit welcher Beikost fange ich an?Gibt es Lebensmittel, die ich nicht zufüttern sollte? Was tun, wenn mein Baby den Brei immer wieder ausspuckt?Soll ich die Beikost selber kochen oder Gläschen kaufen?Darf ich Babybrei-Reste wieder aufwärmen?Was soll mein Baby trinken?Können wir unser Kind auch fleischlos ernähren?Seitdem wir zufüttern, hat unser Kleiner Verstopfung.

Ab wann starte ich am besten mit der Beikost?

20 Fragen zum Brei
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Eltern beobachten oft um um den fünften Monat herum, dass sich die Kleinen für ihr Essen interessieren. Die Gabel wird richtig mit den Augen fixiert, wie sie vom Teller zum Mund der Mutter oder des Vaters geführt wird. Mit etwa sechs Monaten haben Kinder dann das motorische Know-how, um selber vom Löffel zu essen: Sie schaffen es jetzt, den Mund geschlossen zu halten und die Beikost zu schlucken. Musste die Zunge beim Saugen rhythmisch nach vorn gedrückt werden, hat sie jetzt die Aufgabe, den Brei nach hinten zu schieben. Diesen Entwicklungsschritt schaffen die meisten Kleinen nicht vor dem fünften Monat. Das erfordert ein wenig Übung. Außerdem ist es gut, wen der kleine Beikost-Starter bereits sitzen kann oder mit etwas Unterstützung zumindest sein Köpfchen schon alleine im Sitzen halten kann.
Und so findest Du heraus, ob Dein kleiner Feinschmecker schon Lust auf Brei hat: Biete ihm immer wieder mal einen Klecks Karottenmus auf einem Plastiklöffel an. Der Beikoststart wird zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat empfohlen.

Ich stille noch voll, möchte jetzt aber mit Beikost beginnen. Wie fange ich das an?
Versuche, die erste Mahlzeit mittags durch Babyrei zu ersetzen, denn dann sind die meisten Babys wach und gut gelaunt. Der Brei wird wahrscheinlich am ehesten gewürdigt, wenn Dein Kind ein bisschen Hunger hat, ihm aber noch nicht der Magen knurrt - eine kleine Gratwanderung.
Lass Dich nicht irritieren, wenn die Aktion erst einmal fehlschlägt: Möglicherweise nimmt Dein Baby das Gemüsemus vom Löffel in den Mund, schiebt es aber beim Versuch, es zu schlucken, wieder hinaus. Nach zwei, drei Anläufen vergeht die Lust an diesem Spielchen und Mamas Brust (oder das Fläschchen) muss her. Das kann ein bis zwei Wochen so gehen. Am besten stillst Du in Ruhe erstmal weiter (oder gibst das Fläschchen). Solange Ihr übt, lass den kleinen Feinschmecker ruhig aussuchen: Hat er keine Geduld mehr, vom Löffel zu essen, kann er sich beim Stillen oder aus dem Fläschchen satt trinken. Mag Dein Kind den Babybrei, braucht es vielleicht nur noch ein paar Schlucke Milch. Eine komplette Milchmahlzeit solltest Du erst ausfallen lassen, wenn Dein Baby es schafft, sich mit Brei satt zu essen. Dann kannst Du die nächste Beikost-Mahlzeit am Abend einführen. Starte frühestens mit dem 5. Monat und spätestens im 7. Monat mit einem Babybrei-Rezept.

Mit welcher Beikost fange ich an?

Mit welchem Beikost-Gemüse fange ich an?
Die meisten Babys finden Karottenbrei großartig. Karotten haben einen leicht süßlichen Geschmack - der ist ihnen von der Muttermilch her vertraut. Karotten sind gesund, werden gut vertragen, weil sie weder blähen noch verstopfen. Ebenfalls breigeeignet: Pastinake, Brokkoli, Blumenkohl oder Fenchel. Am besten fütterst Du in der ersten Woche ausschließlich eine Gemüsesorte, damit sich der kleine Organismus an das neue Nahrungsmittel gewöhnen kann. In der zweiten Woche ergänzt Du das Gemüse mit Kartoffeln, in der dritten mit Fleisch - dann ist die erste Mahlzeit, der Gemüse-Fleisch-Brei, komplett. Du gibst Deinem Kind genügend Zeit, sich an die neue Beikost zu gewöhnen, wenn Du pro Monat eine Milchmahlzeit ersetzt. Wie Du langsam und gesund Dein Baby an die neue Babynahrung gewöhnen kannst, zeigt Dir unser Beikostplan.

Welches Fleisch nehme ich für den Babybrei zuerst?
Wenn Du das erste Mal Fleisch zufütterst, fang mit Huhn an. Das ist leichter verdaulich. Danach kann Rindfleisch folgen. Rindfleisch ist eisenreicher. Wähle am besten immer mageres Muskelfleisch und lass es Dir am besten schon beim Bio-Metzger einmal durch den Fleischwolf drehen. So überstrapazierst Du Dein Püriergerät nicht. Übrigens wird das Fleisch nicht angebraten, sondern nur gegart.

Welches Obst eignet sich gut für die Beikost?
Obstmus ist schön süß, daher kommen die Getreide-Obst-Breis oft gut an. Birne ist dabei noch etwas süßer als Apfel. Wird der Stuhlgang zu fest, ist Pflaumenmus zu empfehlen. Umgekehrt, wird der Stuhlgang zu flüssig, lieber etwas weniger Pflaume. Wichtig: nicht nachsüßen! Die natürliche Süße des Obstes reicht völlig aus.

Welches Getreide nehme ich für den Getreide-Obst-Brei?
Grünkern, Dinkel, Hirse und Hafer eignen sich sehr gut für die ersten Getreide-Obst-Breis. Sie sind alle leicht verdaulich und reich an Mineralstoffen. Um die Verdauung Deines Kindes zu unterstützen, kannst Du das Getreide anfänglich als Getreidepulver oder Flocken in den Brei rühren.
 

Wir stellen vor: Die sechs besten Getreidesorten für Babys

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Gibt es Lebensmittel, die ich nicht zufüttern sollte?

Finger weg von allem, was schwer verdaulich ist, wie Weißkohl, Rotkohl oder Linsen. Außerdem fängt der kleine Magen bei Rohkost an zu grummeln. Deswegen lieber das Gemüse gut kochen.

Braucht mein Baby Abwechslung auf dem Speiseplan?

Der erste Babybrei ist ein echtes Geschmackserlebnis. Es besteht also keine Gefahr, dass dieser schon nach einer Woche langweilig wird. Es ist sogar gut, bei der Beikosteinführung eine Woche lang nur eine Gemüsesorte zu zufüttern, denn nur so kann man herausfinden, ob darauf allergisch reagiert wird (wunder Po, Pickelchen in den Armbeugen oder im Gesicht). Während der Schwangerschaft bis zur Geburt hast Du Deine gesunde Ernährung im Auge gehabt und jetzt zum Beikost-Start achtest Du ebenso auf eine ausgewogene Ernährung. Wunderbar, so läuft es richtig.
Für die Gesundheit Deines Kindes ist es gut, wenn es sich früh an den Geschmack unterschiedlicher Lebensmittel gewöhnt. Das heißt: Babys dürfen alles ausprobieren. Auch Fisch, auch zum Beispiel Artischocke oder ein Spargelköpfchen. Der Übergang zu einem gesunden Familienessen schafft so auch weniger Probleme. Babys mit abwechslungreichem Speiseplan entwickeln sich zu besseren Essern.

Was tun, wenn mein Baby den Brei immer wieder ausspuckt?

Ist der Brei vielleicht zu heiß? Oder zu grob püriert? Wenn es daran nicht liegt, brauchst Du etwas Geduld. Vielleicht hat Dein Baby einfach noch keine Lust auf den Löffel. Oder es ist in seiner motorischen Entwicklung noch nicht so weit. Mach einfach eine oder zwei Wochen Pause, in denen Du wieder mehr stillst und versuch es dann noch einmal. Das Abstillen braucht seine Zeit. Außerdem kannst Du Deinem Kind immer mal wieder einen weichen Plastiklöffel zum erkunden und dran lutschen anbieten. So wird es damit schon mal vertraut. Kleine Babys sind oft erst mal mäkelig und brauchen bis zu zehn Probier-Prust-Ausspuck-Anläufe, bis sie Geschmack an dem neuen Gericht finden. Bitte dran bleiben! Beim elften Mal bleibt der Brokkoli drin. Noch ein Tipp: Wenn möglich, lass doch mal den Papa zufüttern. Du als Mutter bist natürlich mit dem Stillen eng verbunden. Bei Papa gibt es dann leckeren Babybrei.

Der Babybreie schmeckt nach nichts. Kann ich da etwas nachwürzen?
Nein. Die Nieren eines Babys funktionieren noch nicht so gut wie bei uns Erwachsenen. Die Organe sind damit überfordert, Kochsalz in größeren Mengen auszuscheiden. Dem Baby-Organismus reichen die natürlichen Mineralstoffe in Gemüse, Getreide und Fleisch.  

Soll ich die Beikost selber kochen oder Gläschen kaufen?

Praktisch für unterwegs: Gläschen-Beikost
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Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Babybrei selbst zu kochen, kostet etwas Zeit. Dafür weiß man aber genau, was drin ist. Als Mutter trifft es uns manchmal sehr, wenn trotz liebevoller Zubereitung die Beikost nicht gegessen wird. Was gestern noch gierig verschlungen wurde, kommt heute nach zwei Löffeln nicht mehr gut an. Nicht persönlich nehmen! Tipp: Die Arbeit war in jedem Fall nicht umsonst, wenn Du kleine Portionen (Eiswürfelbehälter) davon einfrierst. So kannst Du für eine nächste Mahlzeit einen selbstgekochten Brei schnell wieder auftauen und verschiedene Bausteine (Gemüse, Kartoffel, Fleisch) einfach zusammensetzen, wie Du es brauchst oder das Rezept es vorgibt. Der klare Vorteil der Fertigkost: Für Babynahrung gelten so strenge Vorschriften, dass sie laut Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund praktisch schadstofffrei sind. Wer das beim Selberkochen hinkriegen möchte, muss die Zutaten im Bio-Laden kaufen. Der Lohn fürs In-der-Küche-Stehen: Selbst gemacht schmeckt besser.

Worauf muss ich beim Gläschenkauf achten?
Wer Fertigprodukte kauft, sollte immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Wichtig ist, dass

  • die Zutaten aus ökologischem Anbau stammen
  • die angegebene Rezeptur in etwa der eines selbst zubereiteten Breis entspricht
  • der Brei weder Zucker, Süßungsmittel noch Salz oder Gewürze enthält

Die Gläschen enthalten alle Altersangaben, ab wann man sie zufüttern kann. Die Zutatenliste und die Konsistenz im Gläschen ist dem Alter angepasst. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen ist groß. Wenn Ihr eine Lieblingssorte habt, nehmt die ruhig öfter. Mit der Zeit kommt die Vielfalt schon dazu. Für unterwegs sind Gläschen allemal praktisch.
Übrigens: Auch geschlossene Gläschen können vor Ablauf des offiziellen Haltbarkeitsdatums schlecht werden. Wenn Du das Gläschen etwa im Auto in der Sonne liegen lässt, können sich Bakterien vermehren. Schlecht gewordenen Brei erkennst Du an einer veränderten oder trüben Farbe, Ausflockung, üblem Geruch oder an einer Wölbung des Deckels.

Welches Beikost-Öl gebe ich zur Babykost dazu? Und sollte ich auch Vitamin C untermischen?

Laut Prof. Dr. med. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechselstörungen und Ernährung am von-Haunerschen Kinderspital in München, besteht aus kinderärztlicher Sicht kein Grund, Fett zuzufügen. Im Gegenteil: Durch eine Fettzugabe fördern Eltern nur eine zu rasche Gewichtszunahme. Und die kann langfristig gesundheitliche Nachteile haben. Ein deutlich höherer Fettgehalt der Produkte ist im Übrigen mit den geltenden gesetzlichen Vorschriften zur Zusammensetzung von Babykost nicht vereinbar. Auch eine Zugabe von Vitamin-C ist nicht notwendig, um bei einer sonst ausgewogenen Ernährung mit Muttermilch oder Säuglingsnahrung den Vitamin-C-Bedarf zu decken. Fütterst Du nur vegetarisch zu, ist es sinnvoll, zusätzliches Vitamin C unterzumischen, um die Eisenaufnahme zu verbessern. Lass Dich in diesem Fall am besten von Deinem Kinderarzt beraten.

Sollten wir eine warme Mahlzeit am Tag kochen?
Ja. Während Deiner Schwangerschaft war Dein Kind durch Dich bestens versorgt. Mit etwa sechs Monaten ist der Eisenspeicher im Körper eines Babys leer. Um ihn wieder aufzufüllen, braucht es mineralstoffreiche Nahrung, also Gemüse und Fleisch. Außerdem sind Nährstoffe aus gekochten Lebensmitteln besser zu verdauen. Wir haben viele leckere Babybrei Rezepte, die Dir das gesunde Kochen und Zufüttern erleichtern.

Rezepte für Babys

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Woher weiß ich, dass mein Baby satt ist?

Zu Beginn sind die Brei-Portionen noch sehr klein, die wirklich gegessen werden. Biete Deinem Kind danach immer noch mal die Brust oder die Flasche an. Mit der Zeit werden die Breiportionen immer größer. Kinder spüren, wann sie satt sind. Das was zu Beginn noch fehlt, holen sie sich über die Muttermilch. Du brauchst also keine Sorge haben, dass Dein Kleines zu wenig isst. Wenn Du einen Richtwert wissen möchtest: Eine Breimahlzeit umfasst ungefähr 190 Gramm.

Darf ich Babybrei-Reste wieder aufwärmen?

Besser nicht, denn beim Aufwärmen gehen viele wichtige Vitamine verloren. Nitratreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Spinat oder Fenchel sollten gar nicht wieder aufgewärmt werden, denn dabei können Nitrit (behindert den Sauerstofftransport im Blut) und Nitrosamine (krebserregend) entstehen. Tipp: Wenn das Gläschen voraussichtlich nicht leer gegessen wird, bereite besser nur einen Teil zu. Der Rest kann ein bis zwei Tage im Kühlschrank aufgehoben werden.

Was soll mein Baby trinken?

Baby trinkt Wasser aus Glas
iStock, quintanilla

In den ersten Monaten ist Muttermilch die erste Wahl. In der Zeit des Zufütterns trinkt Dein Kleines auch immer noch viel Muttermilch. Sobald es feste Nahrung zu sich nimmt, braucht es zusätzliche Flüssigkeit. Biete ihm zu den Mahlzeiten, aber auch zwischendurch Wasser oder (zuckerfreien) Tee an. Verzieht es dabei die Schnute, sind auch dünne Saftschorlen (im Verhältnis 1:4) in Ordnung. Du kannst auch bedenkenlos Leitungswasser anbieten. Aufpassen musst Du nur bei Wasser, das durch Blei- oder neue Kupferrohre fließt. Eine Wasseranalyse kostet zwischen 40 und 65 Euro und klärt, ob die Rückstände in Eurem Wasser bedenklich sind. Einige Werke untersuchen das Wasser auch kostenlos, wenn Säuglinge im Haushalt leben. Durch einen Anruf beim Wasserwerk findest Du außerdem heraus, ob der Nitratgehalt in Eurem Wasser in Ordnung ist (es sollten nicht mehr als 10 Milligramm pro Liter sein).

Ich habe gehört, dass es spezielles Babywasser gibt. Brauchen wir das?
Tetrapaks mit Babywasser sind ganz nett, wirklich brauchen tut man sie nicht. Für Babywässer gelten zwar strenge Grenzwerte für Inhalts- und Schadstoffe, aber weder Leitungswasser noch herkömmliches Mineralwasser schneiden schlechter ab. Teuer ist das spezielle Wasser außerdem. Zum Vergleich: Mit 46 bis 85 Cent kostet ein Liter so viel wie etwa 100 Liter Leitungswasser.

Ist Vollmilch gut für mein Baby?
Um einer möglichen Allergie vorzubeugen, galt früher die Regel: Keine Kuhmilch im ersten Lebensjahr! Von dieser strengen Vorschrift sind die Wissenschaftler inzwischen abgerückt. Nach den neuesten Forschungen erklären die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Kuhmilch jetzt nur noch in den ersten sechs Monaten für tabu. Im zweiten Lebenshalbjahr dürfen Babys 200 Milligramm pro Tag bekommen - exakt die Menge, die der Vollmilch-Getreide-Brei enthält. Ins Fläschchen sollte bis zum ersten Geburtstag nur Fertigmilchnahrung.

Wie vorsichtig muss ich mit anderen Lebensmitteln sein, wenn ich Allergien vorbeugen möchte?

Auch da haben sich die Empfehlungen der Experten gelockert. Bis vor kurzem hieß es: Kinder aus Allergiker-Familien sollen bis zum ersten Geburtstag auf Soja, Weizen, Fisch, Nüsse und Hühnerei verzichten. Jetzt wurden die vorliegenden Allergie-Studien neu ausgewertet. Ergebnis: Soja und Weizen dürfen im zweiten Lebenshalbjahr in geringen Mengen auf dem Speiseplan stehen. Dann ist nämlich die kritische Phase, in der diese Lebensmittel überdurchschnittlich häufig Allergien auslösen, vorbei. Grundsätzlich gilt: Neue Gemüse-, Obst- und Getreidesorten immer nur einzeln einführen. So ist leichter zu erkennen, was nicht so gut vertragen wird.

Unser Kind bekommt ausschließlich gesundes Essen - müssen wir ihm trotzdem die Zähne putzen?

Baby Zähneputzen ab dem ersten Zahn
iStock, John-Kelly

Auf jeden Fall. Sobald der erste Zahn da ist, muss der auch geputzt werden. Schließlich entsteht Karies nicht allein durch Zucker, sondern durch Kohlenhydrate aller Art (Stärke, Fruchtzucker). Und: Wer schon von Anfang an lernt, dass Zähneputzen nach dem Essen dazugehört, tut sich später leichter damit.

Unser Kleines ist ganz scharf auf Kekse. Darf es daran knabbern?
Knabbern ist okay, aber lieber nicht an Süßem. Wer schon früh Kekse und Kuchen gibt, gewöhnt das Kind an den süßen Geschmack. Besser für zwischendurch: Zwieback, Reiswaffeln, Knäckebrot.
 

Können wir unser Kind auch fleischlos ernähren?

Ja, Du solltest nur darauf achten, dass der Gemüsebrei genügend Eisen enthält. Eisenreiche Hirse- und Haferflocken zum Beispiel können das Fleisch ersetzen. Du kannst beim Zufüttern dem Brei außerdem Obstsaft oder -mus beimischen. Das darin enthaltene Vitamin C begünstigt die Eisenaufnahme. Wir haben hier leckere vegetarische Rezepte für die Beikost zusammengestellt.

Unsere Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm hat die wichtigsten Nährstoffe für Veggie-Babys zusammengefasst:
Beta-Karotin und Folsäure, Vitamin B1, B2 und B6 sind ausreichend in Pflanzlichem enthalten. Aber folgende Nährstoffe können knapp werden.
Eiweiß: Eiweiß aus Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln ist als Baustein für den Körper besonders gut geeignet. Auch pflanzliches Eiweiß ist wertvoll. Dabei kommt es darauf an, verschiedene Eiweißquellen geschickt zu kombinieren. Die Eiweißbausteine, sogenannte Aminosäuren, ergänzen sich dann optimal und sind für den Körper gut verwertbar. Vor allem die Kombination aus Kartoffeln mit Ei, Kartoffeln mit Milchprodukten, Getreide mit Milchprodukten und Getreide mit Hülsenfrüchten und Nüssen sind besonders hochwertig.
 
Eisen: Pflanzliches Eisen ist nicht so gut verwertbar wie das Eisen aus Fleisch. Vitamin C verbessert aber diese Bioverfügbarkeit. Wenn Du auf eisenreiches Getreidevollkorn, Kerne, Nüsse und Gemüsesorten achtest, dazu etwas Vitamin C-reichen Saft gibst, klappt es mit der Eisenaufnahme. Besonders toll: Tahin, also Sesampaste. Gibt es zum Beispiel im Bioladen und im Reformhaus. Tahin schmeckt sanft. Ein Löffel davon rüstet jeden Brei mit dem wichtigen Eisen nach.
 
Zink: Zink kann bei Fleischverzicht zu kurz kommen. Deshalb Nüsse und Kerne in der Beikost verarbeiten – natürlich fein gemahlen oder als Paste. Auch Dinkel, Hülsenfrüchte und Eier enthalten reichlich Zink. Kann der zarte Darm mit Hülsenfrüchten etwas anfangen? Ja, kann er. Am besten zarte rote Linsen mit etwas Fenchelsamen ganz weich kochen und ausprobieren, ob das Kleine sie mag und nicht danach unter Blähungen leidet.
 
Calcium: Vor allem in Milch und Milchprodukten steckt reichlich Calcium. Ergänzen kann man es durch calciumreiche Gemüsesorten und Kerne. Auch calicumreiches stilles Mineralwasser ist eine gute Quelle.
 
Jod: Jod steckt vor allem in Seefisch. In anderen Lebensmitteln ist es kaum enthalten. In Muttermilch ist nur ausreichend Jod, wenn die Mutter genug bekommt. Deshalb unbedingt Jodsalz verwenden und den Jodstatus vom Arzt checken lassen. Bei Mangel kann es sinnvoll sein, Jod durch Tabletten zu ergänzen.
 
Omega-3-Fettsäuren: Fetter Seefisch, Nüsse und Öle enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Wer auf Fisch verzichtet, kann Öle und Saaten verwenden, die viel dieser guten Fette enthalten. Das sind Leindotter-, Lein- und Rapsöl, aber auch Walnuss- und Sojaöl.
 
Vitamin C: Gerade für Vegetarier ist das wichtig. Denn Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Kost und sollte deshalb als Frucht(saft) oder Vitamin-C-reiches Gemüse eisenreiche Speisen ergänzen. Also ein Schuss Apfelsaft in den Brokkoli-Haferbrei mit Tahin geben oder Beeren im Hirse-Nussbrei pürieren. Möglichst zum Schluss zugeben – Vitramin C verträgt Hitze schlecht!
 
Vitamin B 12: Dieses Vitamin steckt wirklich nur in tierischen Lebensmitteln. Hier müssen besonders Veganer aufpassen. Vitamin B12 sollte in diesem Fall als Präparat in Absprache mit dem Arzt zugeführt werden. Wer aber Milch, Milchprodukte und Eier isst, kommt problemlos auf seinen Bedarf.
 
Vitamin D: Vitamin D bekommen wir kaum übers Essen. Viel größere Mengen produzieren unsere Hautzellen unter Sonneneinstrahlung. Da Säuglinge noch nicht so viel Sonne abbekommen, wird Vitamin D in Kombination mit der Fluor-Prophylaxe als kleine Tablette verabreicht. Unabhängig davon, für welche Ernährungsform sich die Familie entschieden hat.

Wir leben vegan. Können wir unser Kind auch vegan ernähren?
Ganz ernsthaft: Muttermilch ist nicht vegan! Strenge Veganerinnen müssten es ablehnen, ihrem Baby die Brust zu geben. Denn Muttermilch ist keine Milch auf pflanzlicher Basis. Aber kaum eine Frau, die für sich den veganen Weg der Ernährung geht, wird ihrem Baby Muttermilch vorenthalten. Wer das ganze erste Jahr stillt, der kann die Beikost vegan gestalten. Muttermilch enthält die wichtigen Nahrungsbestandteile, die rein pflanzliche Kost dem Baby nicht liefern kann. Aber nur, wenn die Mutter optimal versorgt ist, also keinen Mangel an Vitamin B12 hat. Und wenn die Beikost klug kombiniert wird.
Einseitigkeit ist gerade bei veganer Babykost tabu. Vor Soja für Babys warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung, weil die Langzeitwirkung von Isoflavonen noch ungeklärt ist – und Soja auch zu Allergien führen kann. Vor allem keine gesalzenen oder gezuckerten Soja-Fertigprodukte geben, die jetzt den Markt überschwemmen. Das tut weder der Geschmacksbildung noch dem Organismus gut.
Und wenn das Baby im veganen Haushalt nicht gestillt wird? Dann braucht es im ersten Jahr eine hochwertige Säuglingsmilchnahrung – möglichst nicht auf Sojabasis.

Wann können wir die Breimahlzeiten durch feste Nahrung ersetzen?

Auch ein begeisterter Breiesser will irgendwann das auf dem Teller haben, was er bei Mama und Papa sieht. Ab dem zehnten Monat könnt Ihr damit beginnen, statt Brei dünn belegte Käsebrote und ein kleines Glas Milch anzubieten. Je nachdem, wie viele Zähne schon da sind, kann Euer Kind rohes Gemüse knabbern oder klein geschnittenes Putenschnitzel essen - alles ist erlaubt. Wichtig: Das Essen sollte nach wie vor nicht gewürzt oder gesalzen sein.

Rezepte für Essanfänger (ab ca. 1 Jahr)

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Seitdem wir zufüttern, hat unser Kleiner Verstopfung.

Solange Du stillst, ist der Milchstuhl breiig und süßlich im Geruch. Flaschenbabys haben einen säuerlich riechenden Stuhlgang. Nach der Einführung von Beikost-Rezepten verändert sich der Stuhlgang noch mal. Der Geruch ist nun nicht mehr so angenehm und auch die Farbe zeigt recht deutlich, was es heute zum Mittag gab. Manche Kinder müssen sich etwas länger an die neuen Speisen gewöhnen und haben zu Beginn Verstopfung.

  • Achte darauf, dass Dein Kind viel trinkt und auch genug Bewegung hat. Eine kleine Gymnastikrunde auf dem Wickeltisch (mit den Beinen Radfahren) oder eine ausgiebige Krabbelrunde quer durch die Wohnung helfen der Verdauung.
  • Wenn das nicht ausreicht, verzichte erstmal auf Rezepte mit Banane und Möhre und nimm stattdessen lieber Rezepte oder Gläschen mit Birne, Pfirsich und Pflaumenmus.
  • Auch eine kleine Bauchmassage nach dem Essen regt die Verdauung an. Hierbei wird das Babybäuchlein vorsichtig im Uhrzeigersinn massiert.
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